
Behandlungen
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist eine der ältesten Erfahrungsheilkunden. Sie betrachtet den Menschen in seiner Ganzheit und betont nicht nur die Linderung von Beschwerden, sondern auch die Vorbeugung von Krankheiten.
Die TCM ist ein umfassendes medizinisches System, das eigenständig stehen kann, sich aber trotzdem in die Schulmedizin eingliedern lässt. Der TCM-Therapeut erstellt eine Diagnose nach klassischen Prinzipien, kann aber auch seine Behandlung nach modern medizinischem Wissen anpassen. Sehr geschätzt sind die verschiedenen diagnostischen Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin. Durch eine gezielte Befragung erhält der Therapeut Aufschluss über die Hauptbeschwerden und über allgemeine Tendenzen. Die Zungen- und Pulsdiagnostik sind bekannte Methoden, die auf die Hintergründe der Erkrankung deuten können.
Zu den bekannten Behandlungsmethoden der TCM gehören die Akupunktur, die Arzneimitteltherapie (Kräuterheilkunde); andere Therapien sind die Moxibustion (eine spezielle Wärmetherapie), das Schröpfen, die Ernährungstherapie, die Tuina-Massage und das Qi Gong.

Akupunktur
Bei der Körperakupunktur werden bestimmte Punkte mit dünnen Einmalnadeln stimuliert. Die Akupunkturpunkte befinden sich an der Körperoberfläche, in der Haut oder in den darunterliegenden Muskeln. Oftmals wird das Einführen einer Akupunkturnadel nicht oder kaum wahrgenommen. Die Manipulation der Nadel kann hingegen sehr fein, als leichtes Kribbeln oder eine angenehme Wärme, bis hin zu sehr intensiv, als Schmerz empfunden werde. Je nachdem welche Art der Stimulation das vorliegende Problem erfordert.
Die Akupunkturtherapie ist wohl eine der ältesten Heilmethoden. Die heutige Anwendung der Körperakupunktur basiert auf tausenden Jahren klinischer Erfahrung mit zahlreichen Beschwerden und Krankheiten. Zusätzlich wird die moderne Akupunktur durch Information aus der wissenschaftlichen Forschung ergänzt. Die medizinische Forschung bestätigt die klinischen Erfahrungen der alten Therapeuten und legt die komplexen Wirkungen der Akupunkturpunkte (z.B. durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, Muskeln entkrampfend, etc.) fest. Die Akupunktur ist eine uralte Behandlungsform, die sich stetig erneuert.

Tuina
TuiNa/AnMo ist die Massageform der TCM. Übersetzt heisst „Tui Na" „Schieben Greifen", resp. „An Mo" „Drücken Streichen", womit auf vier von vielen anderen Massage- und Grifftechniken Bezug genommen wird.
Tuina ist viel umfassender als die westliche Vorstellung von Massage und dient denselben Zielen wie die Akupunktur oder die Herbalistik: Blockaden erkennen und aufheben, Qi fliessen lassen. Tuina setzt eine Diagnose nach den Kriterien der TCM voraus, um erfolgreich ausgeführt werden zu können. Das Meridiansystem wird mit Hilfe von äusseren Manipulationen, unter anderem auch an Akupunkturpunkten, stimuliert und harmonisiert.
Tuina kann auch bei gesunden Menschen das Wohlbefinden verbessern, indem die Regeneration des Körpers gefördert und somit die Abwehrkraft und das Immunsystem gestärkt werden. Dies macht Tuina auch zur idealen „Antistressmethode"!
Für uns ist Tuina ein wichtiger Bestandteil bei vielen Behandlungen. Wir setzen Tuina gerne bei Störungen es Bewegungsapparats, allen Stress- bedingten Beschwerden und auch bei geistig- emotionalen Beschwerden ein (z.B. Schlafstörungen).
Eine Tuina-Massage kann sehr fein sein, wenn ich Punkte oder Körperbereiche halte. Sie kann aber auch sehr intensiv sein wenn ich tief ins Gewebe gehe um Blockaden zu lösen.

Phytotherapie
Die chinesische Arzneitherapie („Phytotherapie") gehört zusammen mit der Diätetik zu den „inneren Verfahren". Sie ist im Hinblick auf die Verbreitung in China und auf die therapeutische Reichweite die mit Abstand wichtigste Behandlungsmethode der TCM.
In China werden die Heilkräuter schon seit tausenden von Jahren verwendet. Heute werden sie durch spezialisierte Apotheken eingekauft und dekoktiert (abgekocht). Unsere Arzneimittel werden durch die Swissmedic auf deren Inhaltsstoffe geprüft und freigegeben.
Wir stellen für jeden Patienten eine individuelle Kräutermischung zusammen, welche aus verschiedenen Pflanzen- oder mineralischen Bestandteilen besteht. Die ebenfalls hochwirksamen, tierischen Bestandteile verwenden wir in unseren Rezepturen nicht, wir ersetzen diese durch Pflanzenteile mit ähnlicher Wirkung.

Moxibustion (Moxa)
Bei der Moxibustion (Moxa) wird den Akupunkturpunkten Wärme zugeführt. Dies geschieht durch das Verbrennen von getrockneten Blättern der Heilpflanze Artemesis Vulgaris (Beifuss), welche sowohl in Asien wie auch in Europa heimisch ist.
Die Wärme kann mit verschiedenen Methoden auf die Akupunkturpunkte übertragen werden. Zu den verbreitesten Methoden gehören die Moxa-Zigarre, Moxa via Akupunkturnadel und Ingwer/Salz als Isolator.
Bei der Moxa Zigarre werden Zigarren aus gedrehten Blättern der Heilpflanze über den Punkten abgebrannt und diese werden dadurch erwärmt. Als Isolator kann auch ein Scheibe Ingwer oder Salz zwischen die Haut und dem glühenden Kraut gelegt werden.
Werden die Akupunkturnadeln hinzugezogen, wird am freien Ende einer speziell geformten Nadel ein Stück Moxa-Wolle befestigt und angezündet.
Bei allen Methoden wird die Wärme in die Tiefe des Gewebes geleitet.

Schröpfen
Das Schröpfen erfreute sich auch in Europa einst einer breiten Anwendung. Hierbei werden durch Unterdruck Blut und Lymphe ins Bindegewebe gesaugt. Die Haut wird in der Folge vermehrt durchblutet und auch der Stoffwechsel und die Sauerstoffversorgung werden gesteigert.
Das Schröpfen hat verschiedene Wirkungen:
• Qi-Blockaden werden gelöst und der Qi-Fluss angeregt
• Die inneren Organe werden über Hautreflexe angeregt
• Der Stoffwechsel und das Immunsystem wird aktiviert
• Die Durchblutung wird gesteigert und Schlacke abgebaut
• Verklebte Muskeln und Bindegewebe werden gelockert
• Schmerzen und Verspannungen werden gelindert

Ernährung
Die Ernährungslehre der TCM sollte nicht mit der Ernährung nach den 5 Elementen verwechselt werden. Die chinesische Ernährungstherapie basiert, wie die Arzneimitteltherapie und die Akupunktur, auf den Grundlagen der TCM. Alle Nahrungsmittel können in Bezug ihrer energetischen Eigenschaften klassifiziert werden (Temperaturverhalten, Geschmack, Funktionskreisbezug und Wirkrichtung).
Das Ziel einer korrekten Ernährung ist Gesundheit und Wohlbefinden und der Genuss darf dabei nicht fehlen. Da jeder Mensch andere Voraussetzungen und eine andere Lebensweise hat, sieht eine gesunde Ernährung auch für jeden Menschen etwas anders aus.
Wir setzen die Ernährungsberatung meistens in Kombination mit Phytotherapie oder Akupunktur ein, um die Wirkung dieser Therapien zu unterstützen.

Qi Gong
Qi Gong bedeutet frei übersetzt „Pflege und Kultivierung der Lebensenergie Qi".
Es ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper, Geist und Seele. Das Ziel ist es, den feien und gleichmässigen Fluss der Lebensenergie wieder herzustellen und die Einheit zwischen Körper Geist und Seele zu fördern.
Qi Gong kann sowohl präventiv wie auch therapeutisch eingesetzt werden und man unterscheidet zwischen Äusserem und Innerem, dem stillen Qi Gong.
Bei unseren Behandlungen arbeiten wir mit dem Medizinischen, also Therapeutischen Qi Gong. Wir zeigen und lehren dem Patienten Übungen, welche seinem Beschwerdebild entsprechen und als eigene therapeutische Massnahme zuhause durchgeführt werden.

Behandlungsablauf
Bei unserem ersten Treffen nehme ich Ihre Beschwerden und Anliegen auf und erstellen eine Diagnose nach den Kriterien der TCM.
Aufgrund dieser Diagnose, und Ihren zeitlichen Möglichkeiten, entscheiden wir gemeinsam, welche Methoden bei Ihnen zur Anwendung kommen – Akupunktur, Phytotherapie, Tuina oder eine Kombination von mehreren Methoden.
Der Behandlungsrhythmus und die Dauer hängen stark von ihrem Beschwerdebild ab.
Bei akuten Beschwerden kann das zu Beginn 1- bis 2-mal pro Woche sein und dies über 2 bis 3 Wochen.
Bei chronischen Beschwerden dauert die Behandlung meist etwas länger, evtl. über mehrere Monate und meist 1-mal wöchentlich oder alle 2 oder 3 Wochen.

«Der Schöpfer einer Medizin ist der Beobachter, der die Ansichten des Sichtbaren mit seinen Ansichten zu dem Unsichtbaren zusammenfügt und daraus Schlüsse zieht, wie man Kranksein verstehen, vorbeugen oder heilen kann.»
Andreas Christen
